Rote Zora

Little Stories

Das große Krabbeln

Neulich in der Bibliothek: Mein Liebster verschwindet auf die Toilette und kommt und kommt nicht wieder. Schließlich, nach einer guten Dreiviertelstunde, taucht er wieder auf, unter dem Arm ein Buch von Bill Gates. Nur knapp entgeht er einer Standpauke von mir ("Wo warst Du denn so lange??? Ich dachte schon, Du wärst verschollen! Kannst Du nicht Bescheid sagen, wenn Du sp lange abhaust?! "), denn er hat mal wieder etwas zu meinen Little Stories beizusteuern.
Here we go:

Mein Liebster ist ja bekanntlich Informatiker programmiert gerade auch für seine Diplomarbeit mal wieder. Dort hat er ständig irgendwelche "bugs" zu "fixen" hat. Als Frau von Welt weiß man natürlich, dass bugs nicht nur diese kleinen Krabbelkäfer sind, sondern eben auch Fehler in der Software, die eben von so jemandem, der der Spezies der Informatiker angehört, repariert, also eben "gefixt" werden müssen.

Soweit so unlogisch.

Warum um alles in der Welt heißen die Dinger bugs?

Nunja. Es gab eine Zeit (lang, lang ist's her...) da waren Computer noch riesengroße Maschinen mit ganz vielen kleinen Vakuumröhren drin. Und jetzt kommen die Krabbelkäfer wieder ins Spiel. Denn so ein großer Computer mit so vielen schönen Röhren ist doch der ideale Kletterpark für den sportlichen Marien-, Mist- oder Maikäfer. Außerdem ist es sicher auch schön warm und trocken da drinnen, kurzum: in einem Computer lässt es sich schön leben, so als Käfer. Nur leider waren Bill Gates und seine Jungs nicht wirklich begeistert davon, den kleinen Krabbelkäfern ein neues Zuhause zu geben. Das Gekrabbele allein, wäre ja nur halb so schlimm gewesen. Aber irgendwann hatten unsere Käferdamen und Herren auch Hunger und knabberten die Vakuumröhren an, die reihenweise platzten.

Und - einige von euch werden es sich sicher schon gedacht haben - daher haben die Fehler in der Software ihren Namen. Von den vielen kleinen Käfern, die in den 40er Jahren ihr Leben ließen. Das große Krabbeln hat mittlerweile ein Ende. Bugs gibt es aber trotzdem noch (sehr zum Leidwesen meines Liebsten...). Aber wie war das nochmal gleich? Der größte Bug sitzt immer vor dem Computer...

25.8.06 23:27, kommentieren

Selbstexperiment - eine Woche ohne Essen.

Also, ich tue es nun auch. Ich faste. Das erste Mal in meinem Leben. Und einfach mal so. Um zu schauen, ob das alles wahr ist, was man so ?ber das Fasten h?rt.
Und an dieser Stelle berichte ich exclusiv. Ist das nicht nett von mir?!


1. Tag: Entlastungstag.


Heute durfte ich nur Obst essen. Den ganzen Tag lang. Erstaunlicherweise ging das recht gut, ich hatte kaum Hunger und f?hle mich ganz gut. Ja. Irgendwie zufrieden, als h?tte ich was f?r mich getan. Neben mir auf dem Schreibtisch steht schon das Glas mit dem Glaubersalz. Dieses eklige Zeugs wird morgen sozusagen mein erstes Fr?hst?ck. Ich muss - um es appetitlich auszudr?cken - meinen Darm entleeren f?r das anschlie?ende Fasten. Jippie! Bin ja mal gespannt.

2. Tag: Das erste Mal ohne Essen.

Ich habe Hunger! ?berall, aber auch wirklich ?berall, riecht es nach Essen... Und alle Leute sprechen von Essen. Gerade eben noch. Ich telefoniere mit Theresa und was erz?hlt die mir? Richtig, dass sie gleich noch was essen gehen will. Und das quasi mitten in der Nacht. Und auf dem Weg zur Toilette (da muss ich jetzt h?ufiger hin, schlie?lich trinke ich zwischen 3-4 Liter pro Tag) da ist mir der Duft vom Abendessen meines Herzallerliebsten in die Nase gestiegen...
Das ist nicht fair! Alle verschw?ren sich gegen mich. Aber ich werde es schaffen, jawohl! Positiv denken. Ein Viertel der Essensfreien Tage ist schon rum. Am Sonntag, da gibt es n?mlich ein "Festessen". Dazu verrate ich aber nat?rlich erst sp?ter mehr.
Hm. Schon komisch. Wie sich auf einmal alle Gedanken ums Essen und um den K?rper drehen k?nnen. Aber es soll ja von Tag zu Tag leichter werden. Also hoffe ich auf morgen.

3. Tag: Same procedure as yesterday.

Okay, sagte ich gestern nicht, dass es von Tag zu Tag leichter wird???? Sorry, bisher habe ich davon nichts bemerkt. Zu dem riesigen Loch im Magen kommen auch noch tierische Kopfschmerzen. Nicht sehr sch?n. Wo ich doch heute so viel lesen wollte. Naja. Jetzt gleich werde ich mein Abends?ppchen l?ffeln und danach mit Nils tanzen gehen und dann noch ins Fitnessstudio. Da sollte ich zumindest abgelenkt sein. Und morgen gebe ich dem Fasten noch mal eine Chance. Ich warte ja immer noch auf das angebliche Hochgef?hl, dass sich ohne Nahrung einstellt. We shall see. Et k?tt wie et k?tt.



4. Tag: Heute f?hle ich mich also gut...


... nunja ... angeblich. Der Tag begann wie die letzten Tage mit Tee und einem leichten Magenknurren. Dann bin ich mit Eli ins Fitnessstudio gegangen und habe 1 1/2 Stunden nur Cardiotraining gemacht. Zwischendurch war ich schon ganz sch?n schlapp, aber ich habe mich tapfer weitergek?mpft. Dann kam ich nach Hause und mir war total ?bel . "Ich leg' mich mal ein halbes St?ndchen hin", habe ich noch so gerade herausgebracht, dann habe ich mich verkr?melt und war einige Zeit sp?ter dann auch eingeschlafen. Drei geschlagene Stunden lang habe ich vor mich hingeschlummert, ehe ich aus diesem Halb-Koma wieder erwacht bin. Oh Mann!!! Mein Bauch hat ganz sch?n Randale gemacht und ?bel war mir auch immer noch. Ich konnte keinen Schluck von der Br?he mehr runterbringen und habe dann nur noch ein Glas Saft getrunken. An diesem Abend war mir klar, dass mein Experiment sich dem Ende neigt...


5. Tag: Mein perfekter Apfel.


Eigentlich war ja alles anders geplant. Mein Herzallerliebster wollte mir den perfekten Apfel besorgen (in den Zeiten der Emanzipation l?uft selbst der S?ndenfall andersrum Adam f?hrt Eva mit einem Apfel in Versuchung), den ich dann am 6. Tag, dem Sonntag, zu mir nehmen wollte. Aber er konnte ja nun wirklich nicht wissen, dass ich den Apfel schon einen Tag eher ben?tigen w?rde... Dringend ben?tigen! Schon beim Aufstehen habe ich mich super darauf gefreut. Zum Gl?ck konnte ich in der WG noch einen abstauben! Bis zum Nachmittag habe ich mich dann tats?chlich auch an die Regeln des "Fastenbrechtages" (jaja, grinst ihr nur) gehalten. Abends haben wir dann Subway-Gutscheine an der Windschutzscheibe meines Autos gehabt und haben beschlossen, meinen Abbrechtag so zu beenden. Egal, ob mein Darm das gut findet, oder nicht!


6. Tag: Pl?tzchen und Monetzumas Rache.


Okay, ich wei?. Ich bin eine Versagerin und dazu auch noch total unvern?nftig und alle Fastenanh?nger dieser Welt werden den Kopf ?ber mich sch?tteln und ihre Zeigefinger erheben . Aber wisst Ihr was? Eigentlich ist mir das ziemlich egal. Jawohl! Und den ganzen Sonntag ?ber habe ich mich meines Lebens gefreut und feine Sachen gegessen: Pl?tzchen bei meinen Schwiegereltern in spe, Tortellini mit der Spezialsauce vom Schatz und sch?n gesunde Vollkornbrote. Und dann, als der sch?ne Sonntag sich langsam dem Ende neigte, da kam sie
Montezumas Rache.
Ich kann Euch sagen, nach dieser Sitzung war ich sicherlich 3 Kilo leichter. Und seither ist mir immer noch ein bisschen flau in der Bauchgegend. Hm. Egal. Eines steht fest: Nie wieder fasten!

18.1.06 00:28, kommentieren

Die Hunzas und das Fasten

Bis vor wenigen Jahrzehnten waren die Hunzas mehr oder weniger hermetisch von der Au?enwelt abgeschlossen. Die Felder der Hunzas brachten nicht das ganze Jahr ?ber gen?gend Nahrung hervor, so dass die Hunzas jedes Jahr gezwungen waren, oft mehrere Wochen im Fr?hjahr zu fasten bis im Juni endlich die Gerste reif wurde. W?hrend dieser von der Natur erzwungen Fasten-Zeit bearbeiteten die Hunzas ihre Felder oder erneuerten ihre durch Lawinen zerst?rten Bew?sserungsgr?ben. Und trotz dieser harten Arbeit blieben die Hunzas w?hrend dieser Zeit fr?hlich, zufrieden und gesund. Die Hunzas kamen g?nzlich ohne ?rzte und Polizei aus.

Nun ist dieses Tal im Himalaya seit vielen Jahren zug?nglich geworden. Zucker, Wei?mehl und Konserven stehen nun auch den Hunzas zur Verf?gung. Das Volk braucht nicht mehr zu fasten. Seitdem gibt es auch bei den Hunzas die typischen Zivilisationskrankheiten: ?bergewicht, Erk?ltungen, Diabetes, Zahnf?ule, Blinddarmentz?ndungen, Gallenleiden, etc. ... und auch Streit und Kriminalit?t haben sich seither breit gemacht. Die Hunzas brauchen jetzt nicht nur ?rzte, sondern auch die Polizei.

? 2003-2006 by www.heilfastenkur.de

18.1.06 22:31, kommentieren

Farbe bekennnen, wo frau nur kann

Neulich im Supermarkt...

...bis oben hin gef?llt ist das Band, ein richtig ordentlicher Wocheneinkauf, da wechseln gleich locker 40 ? ihren Besitzer. Nat?rlich krame ich da eifrig in meinem Portemonnaie, als mich die Verk?uferin nach meiner Kundenkarte fragt. Wenn ich jetzt nicht flei?ig die "Happy digits" von Kaisers sammel, wann dann? Nach ein bisschen fummeln und kramen pr?sentiere ich stolz meine rote Karte. Die Verk?uferin will sie gerade durch den Kartenleser ziehen, da stutzt sie und bricht kurz darauf in schallendes Lachen aus: "Das ist die falsche!". Jetzt schaue auch ich mir die Karte genauer an und werde leicht rot im Gesicht. Allerdings nicht ganz so rot wie meine SPD-Mitgliedskarte, die ich so feist zum Bonus sammeln einsetzen wollte. Nach einer kleinen Schrecksekunde habe ich mich allerdings wieder gefangen und grinse in die Runde (nat?rlich haben mittlerweile auch die anderen Leute in der Schlange mitbekommen, welche Karte ich da gerade gez?ckt habe...): "Tja, ich bekenne halt Farbe, wo ich kann..." Stimmt ja auch.

17.1.06 23:19, kommentieren